Ratschlag 2009

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Der 19. antirassistische und antifaschistische Ratschlag in Erfurt steht an und dies ist ein Grund euch mal drauf aufmerksam zu machen.

Hier paar Infos hierzu:

Kosten

Die Teilnahme am Ratschlag ist kostenlos. Wir bitten jedoch alle Menschen mit Einkommen, sich an den anfallenden Kosten durch Spenden zu beteiligen.
Versorgung:

Für leckeres veganes und vegetarisches Essen und Trinken ist gesorgt.

Kinderbetreuung

Kinder werden in der Zeit von 10:00 Uhr bis 18 Uhr kostenlos betreut. Bitte teilt uns frühzeitig mit, wie viele Kinder Ihr mitbringt und wie alt sie sind.

Hier die Workshops:

1. Iran: Die Revolte gegen das Regime, die Bedrohung Israels und die Rolle Deutschlands
2. Menschenrechte auf dem Prüfstand
3. Der Antisemitismus ist auch nicht mehr das, was er mal war…
4. „Coburg und sein Convent – rechter Konsens in Aktion“
5. Gegen jeden Extremismus – Was ist falsch am Extremismusbegriff?
6. »Geschichtsarbeit von unten«?
7. Demo 1×1 und Bezugsgruppen Training
8. Blockade Training
9. Emails verschlüsseln mit PGP
10. Rechtsextremismus entgegen treten – Argumentieren und Agieren
11. Handlungsempfehlungen gegen Nazis in Kommunen und Kommunalparlamenten
12. Rechtsextremismus im Betrieb
13. Aktiv gegen Rechts an der Schule?! Workshop zur gemeinsamen Erarbeitung von Handlungsmöglichkeiten

Weitere Informationen unter: klicken

Die soziale Frage in der extremen Rechten

Zu unserer letzten Veranstaltung aus der Reihe „DIE EXTREME RECHTE“ haben wir Prof. Dr. Klaus Dörre von der FSU Jena eingeladen. Der Professor für Arbeits,- Industrie- und Wirtschaftssoziologie zählt u.a. soziale Desintegraion und Rechtspopulismus zu seinen Arbeitsgebeiten am Institut für Soziologie. Am Mittwoch, dem 03. Juni, kommt er als Referent und Gesprächspartner zum Thema „Die soziale Frage in der extremen Rechten“ an unseren Fachbereich. Los gehts ab 17 Uhr im Raum 05.01.29-30.

JAPS und Aktionsnetzwerk gegen Rechts am 27.05. am Fachbereich

Durch den Besuch des Seminars “Bildung und Rechtsextremismus” im Sommersemester 2008 entstand die Idee eine informative Veranstaltungsreihe am Fachbereich durchzuführen. Diese Idee ist im Fachschaftsrat auf große Zustimmung gestoßen. Das Thema Rechtsextremismus ist relevant für die Soziale Arbeit, nicht zuletzt, weil Rechtsextreme vermehrt in Bereiche der Sozialen Arbeit eindringen. Soziale Arbeit braucht deshalb ein Selbstverständnis, das sich klar von rechtsextremen Einstellungen distanziert. Am Fachbereich erscheint uns diese Abgrenzung (noch) unterrepräsentiert. Der Fachschaftsrat will somit Impulse für neue Lehrinhalte setzen und zur Auseinandersetzung mit der extremen Rechten, ihren Strategien, ihrer Polititk und Strukturen aufrufen.

Am Mittwoch, dem 27.05., wird es zwei Teile geben: Ab 17 Uhr mit dem Aktionsnetzwerk gegen Rechtsextremismus Jena zum Thema „Gemeinsam Handeln gegen Rechts – von Aufklärung bis zivilem Ungehorsam„.

Ab 18.30 Uhr stellt die Jugend- und Projektwerkstatt Jena die aktuelle Broschüre „Rechtsextreme Strukturen in Jena“ vor, welche zusammen mit der JG-Stadtmitte und freien Journalisten erarbeitet wurde.

UPDATE zum 20.05.!!! Maik Baumgärtner fällt aus – die Veranstaltung nicht!

Maik Baumgärtner kann an der morgigen Veranstaltung leider nicht teilnehmen und hat kurzfristig abgesagt. Für die Veranstaltung, welche als Modul von Mobit angeboten wird, wurde aber sehr schnell ein Ersatz gefunden! Das heisst: die Veranstaltung am Mittwoch, dem 20.05 wird ab 17 Uhr definitiv und wie geplant stattfinden, jedoch mit einem anderen Referenten. Wir halten euch auf dem Laufenden und freuen uns nach wie vor auf einen interessanten Abend.

ein guter Anfang

Die erste Veranstaltung unserer Vortragsreihe mit Andreas Speit zum Thema „Strategien der NPD“ ist ein voller Erfolg gewesen. StudentInnen der FH und der FSU, ProfessorInnen des Fachbereichs und Jenaer Bürger waren zahlreich vor Ort und unsere Erwartung an die Teilnehmerzahl ging mit ca. 60 Person auf. Während der angeregten Diskussion sagte ein Teilnehmer: „Jetzt fällt es mir wie Schuppen von Augen…!“ Das bestätigt uns in unserem Anliegen und macht Lust auf die Folgeveranstaltungen (siehe Flyer). Der nächste Vortrag findet am 20.05.2009 statt. Maik Baumgärtner referiert zum Thema „Rechtes Personal in Thüringen“, weitere Infos folgen.

Veranstaltungsreihe: DIE EXTREME RECHTE

klicken für Veranstaltungsübersicht

Durch den Besuch des Seminars „Bildung und Rechtsextremismus“ im Sommersemester 2008 entstand die Idee eine informative Veranstaltungsreihe am Fachbereich durchzuführen. Diese Idee ist im Fachschaftsrat auf große Zustimmung gestoßen. Das Thema Rechtsextremismus ist relevant für die Soziale Arbeit, nicht zuletzt, weil Rechtsextreme vermehrt in Bereiche der Sozialen Arbeit eindringen. Soziale Arbeit braucht deshalb ein Selbstverständnis, das sich klar von rechtsextremen Einstellungen distanziert. Am Fachbereich erscheint uns diese Abgrenzung (noch) unterrepräsentiert. Der Fachschaftsrat will somit Impulse für neue Lehrinhalte setzen und zur Auseinandersetzung mit der extremen Rechten, ihren Strategien, ihrer Polititk und Strukturen aufrufen.

Zur ersten Veranstaltung am Mittwoch, den 13. Mai haben wir den Sozialwissenschaftler und Journalisten Andreas Speit eingeladen der zum Thema Rechtsextremismus arbeitet. Speit über die rechte Szene:
„Glatze, Bomberjacke und Springerstiefel sind schon lang nicht mehr der einzige Style. Neu durchdachte Argumentationen gehen in der Szene zwischen NPD und Freien Kameradschaften auch längst mit den altbekannten dumpfen Parolen einher. Die einstige “Altherrenpartei” NPD ist zu “dem” neuen wählbaren Hoffnungsträger geworden. Bei den Freien Kameradschaften geht das Politische ins Private durch Aktionen, Konzerte und Partys seit langem ineinander über. Selbstbewusst suchen sie die Auseinandersetzung, um in der “Mitte der Gesellschaft” ihre menschenverachtenden Ideen verankern zu können. Nicht minder bemüht greifen intellektuelle Rechtsextremisten die stetig steigenden rechten Ressentiments in der “Mitte” auf. Längst Zeit zu widersprechen.“ (Quelle: Stoerungsmelder)
Andreas Speit war schon früh aktiv gegen Rechts und schreibt heute regelmäßig in der taz, Freitag, jungle world oder Der Rechte Rand über die rechte Szene und hat bereits mehrer Bücher veröffentlicht (u.a. Nazis in Nadelstreifen).
Ausserdem berichtet er in der taz-nord wöchentlich in der Kolumne “der rechte rand” von rechten Esoterikern über “Deutschnationale” bis zu militanten Neonazis. Weiterhin blogt er im Weblog Störungsmelder, das von der ZEIT initiiert und 2008 mit dem Grimme Online Award ausgezeichnet wurde, sowie beim Netz gegen Nazis.

rechte Gewalt in Jena

Am späten Dienstagabend schlugen Neonazis im Jenaer Paradiespark zwei junge Punks brutal zusammen. Dabei wurde ein Minderjähriger so schwer am Kopf verletzt, dass er sich seit dem in stationärer Behandlung im Jenaer Klinikum befindet. Die Polizei, die den Vorfall noch am Abend am Tatort aufnahm, hüllt sich in Schweigen.

Zeugen berichten, dass etwa 10 bis 15 Neonazis auf die Jugendlichen einschlugen. Der Grund dafür, dass einer von ihnen heute noch schwerverletzt im Krankenhaus liegt, ist, dass sein Äußeres nicht in das einfältige Weltbild der Rechten passt. Wie bereits bei dem Überfall am Karfreitag wurde die Polizei zu der Auseinandersetzung im Paradies gerufen. Etwa 40 Rechte hatten da gegen 21:30 Uhr eine Gruppe alternativer Jugendlicher angegriffen und drei von ihnen verletzt. Die Polizei verschweigt, dass mindestens einer von ihnen mit einem Messer durch die Nazis am Bein verletzt wurde.

In ihren Stellungnahmen vom Mittwoch zu den Auseinandersetzungen am Ostermontag auf dem Holzmarkt, bei denen eine linke Spontandemonstration, die sich gegen rechte Gewalt richtete, auf eine Gruppe Nazis traf und in Folge der ausgebrochenen Auseinandersetzung auch der Außenbereich des „Eiscafè Riva“ in Mitleidenschaft gezogen wurde, unterschlägt die Polizei, dass es am Dienstagabend zu einem weit schlimmeren Vorfall mit einem Schwerverletzten gekommen war. Dieser ereignete sich nicht unter den Augen zahlreicher Passanten und Passantinnen und betroffen war damit offenbar auch nicht, wie beim Scharmützel am Montag, der gute Ruf Jenas. Augenscheinlich sieht die
Polizei, die sich ohnehin schwer tut die Ursache der Ereignisse in der nicht enden wollenden Gewalt von rechts zu sehen, keinen Grund auf das brutale Vorgehen der Neonazis aufmerksam zu machen, kommentiert Franka Heßler, Sprecherin der JAPS Jena.

In den letzten Wochen kam es vermehrt zu gewaltätigen Aktionen der extremen rechten Szene, wie etwa die Angriffe gegen das „Grüne Haus“ Und die „Junge Gemeinde“. Die JAPS beobachtet, dass sich Jenas Nazis von der biederen NPD lösen und sich zunehmend der Kameradschaftsszene und deren meist subversiven und militanten Aktionen zuwenden.

Durch die Gleichsetzung von Linken und Nazis als „Chaoten“ fühlen sich Opfer von Nazigewalt nicht ernstgenommen. Neu ist das nicht: In den letzten Wochen informierten mehrere Jugendliche die JAPS und JG über rechte Gewalttaten. Anzeige bei der Polizei wollen sie nicht erstatten. Dort werde man oftmals nicht ernst genommen oder sogar wie die eigentlichen Schuldigen behandelt und Ermittlungen würden eingestellt, berichten die Betroffenen.

Die JAPS chronologisiert die Übergriffe: So wurde vor etwa 2 Monaten ein Minderjähriger an der Griesbrücke von Rechten verprügelt, vor 14 Tagen wurde im Paradiespark ein Jugendlicher mit Rasta-Frisur von Neonazis angegriffen. Am 7. April warfen etwa 10 Rechtsradikale am Westbahnhof mit Flaschen nach linken Jugendlichen. In der Nacht des 11. April wurde ein 15jähriger Jugendlicher von einem etwa 30 bis 35jährigem, der eine Jacke der rechten Marke Thor Steinar trug, in einer Straßenbahn Richtung Zwätzen mehrfach ins Gesicht und gegen den Hinterkopf geschlagen.

„Der öffentliche Umgang mit rechter Gewalt und neonazistischem Gedankengut ist in Jena leider nicht von der Weltoffenheit und Zivilcourage geprägt, die die Stadt gern vermitteln möchte. Es wird im Alltag zu viel weggeschaut. Dies schließt auch die Polizei nicht aus, die rechte Gewalttaten verschweigt oder verharmlost.“, kritisiert die JAPS.